Geschichte lebt und wird gemacht ...


Der Entwurf von Zukunftsperspektiven braucht als Grundlage
eine starke Identität.
Eine starke Identität braucht sicheres Wissen über sich selbst.
Sicheres Wissen über sich selbst braucht Auseinandersetzung
mit der eigenen und der politischen Geschichte der Vorkämpferinnen.
Ohne Geschichte ist politische Erwachsenenbildung kurzlebig und tagesorientiert.
Lebendige politische Prozesse können auf eine Geschichte verweisen,
in der diese errungen und erprobt wurden.
Die Auseinandersetzung mit der Geschichte zeigt:
Die gegenwärtige Situation ist kein Zufallsprodukt.
Sie ist durch Engagement oder
aber auch durch unterlassene Handlungen
von Menschen entstanden.
Geschichte lebt von Erinnerung.
Erinnerung betrifft nicht nur das einzelne Individuum,
sondern ist Teil der kulturellen Produktion einer Gesellschaft:
Geschichte wird "gemacht".
"Zukunft braucht Vergangenheit"
(deutscher Titel einer Publikation von Gerda Lerner, feministische Historikerin,
geboren in Wien, von den Nationalsozialisten aus Österreich vertrieben, lebt in den USA)

Frauendemonstration in den 70er Jahren, Foto aus: Tühne, Anna / Olfe-Schlothauer, Rina (Hg.): FrauenBilderLesebuch, Frankfurt/M.-Wien-Zürich 1980, S. 110
Arbeiterinnendemonstration 1926, Foto aus: Tühne, Anna / Olfe-Schlothauer, Rina (Hg.): FrauenBilderLesebuch, Frankfurt/M.-Wien-Zürich 1980, S. 55
Französische Revolution: "Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin" (1791) = Beginn der modernen Frauenbewegung, Bild: Frau als Symbol der Freiheit. Eugène Delacroix, "La Liberté guidant le peuple", 1830