Zur Geschichte des Hauses Die Geschichte des Ortes Altmannsdorf reicht bis ins frühe Mittelalter zurück. Vielleicht, hier sind die Quellen allerdings ungenau, wurde das Anwesen, an dessen Stelle sich heute das Renner-Institut befindet, vom Passauer Bischof Altmann, der von 1011 bis 1092 lebte, gegründet. Die erste urkundliche Nennung des Gutshofes Altmannsdorf erfolgte jedenfalls 1383. 1434 ging das Gebäude schließlich nach einigen Besitzwechseln als Schenkung an den Orden der beschuhten Augustiner mit den weissen Ärmeln über. Während der ersten Türkenbelagerung wurde es mitsamt den dazugehörigen Äckern und Wiesen zerstört und musste wiederaufgebaut werden. Der Hof verfiel jedoch abermals rasch und wurde schließlich 1570 einem k. k. niederösterreichischen Kammerrat als Leibgedinge verliehen. Nach einigen weiteren Besitzwechseln zogen schließlich im Jahr 1652 wieder die Augustiner ein und vollendeten den gerade im Gang befindlichen Ausbau des Hofes. Ob der Namenspatron des Platzes Melchior Khlesl, Leitfigur der katholischen Gegenreformation in Österreich, jemals im Gebäude wohnte, lässt sich nicht nachweisen. Das Gerücht erzählt allerdings, er hätte den Hof am heutigen Khleslplatz bei seinen Fahrten von Wiener Neustadt, wo er 1588 Bischof wurde, nach Wien als Quartier genutzt. Nach Aufhebung des Augustinerordens im Jahr 1812 ging die Grundherrschaft und mit ihr das Gebäude zunächst an die k. k. niederösterreichische Staatsgüterdirektion des niederösterreichischen Religionsfonds über, die sie 1819 an Johann Baptist Hoffmann verkaufte. Dieser ließ das Gebäude, das aus dem 16. und 17. Jahrhundert stammt, umbauen. In der gegenwärtigen Form mischen sich daher Stilelemente von Renaissance bis Klassizismus. Im Lauf des 19. und des 20. Jahrhunderts wechselten sowohl Besitz als auch Verwendung des Hauses am Khleslplatz vielfach: 1809 befand sich hier beispielsweise ein napoleonisches Feldspital, 1866 waren sächsische Truppen einquartiert. In den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts gehörte das Anwesen Maria Frankl. Von dieser erwarb schließlich 1973 das Kuratorium des Renner-Instituts das Grundstück sowie das in desolatem Zustand befindliche Gebäude und ließ es in Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt und der für Stadtbildpflege und Altstadterhaltung zuständigen Magistratsabteilung 7 nach Plänen des Architekten Roderich Proksch restaurieren. 1978 nahm das Renner-Institut, das seit seiner Gründung provisorisch im Haus der "Arbeiter-Zeitung" in der Rechten Wienzeile untergebracht gewesen war, seine Arbeit am Khleslplatz auf. 1980 wurde auch das von einer eigenen Betreibergesellschaft errichtete spätere Gartenhotel Altmannsdorf eröffnet, sodass seitdem der Bildungsbetrieb in enger räumlicher Verbindung mit dem Institut selbst stattfinden kann. 1993/94 wurde das Hotel unter Leitung des Architekturbüros Schluder & Kastner zu seiner heutigen Form umgebaut und erweitert. Im November 2005 wurden Hotel und Veranstaltungszentrum mit einem Neubau erweitert. Das (Drei-Sterne-plus-)Hotel 2 steht mit seinem modernen Europasaal für Veranstaltungen von 18 bis 225 Personen zur Verfügung. |
![]() Der Khleslplatz um 1900 ![]() Anfang der 70er Jahre ![]() Renovierung Mitte der 70er Jahre ![]() 1978 ![]() 2005 ![]() 2005 ![]() 2006 ![]() 2008 |