
Traude Bollauf
Dienstmädchen-Emigration
Die Flucht jüdischer Frauen aus Österreich und Deutschland nach England 1938/39
Berlin-Münster-Wien-Zürich-London: LIT-Verlag 2010
360 Seiten
ISBN 978-3-643-50196-7
Rund 20.000 jüdische Frauen - nahezu drei Viertel aus dem früheren Österreich - konnten 1938/39 vor dem NS-Regime mit einem so genannten domestic permit nach England flüchten. Dies war eine Beschäftigungsbewilligung für ausländisches Hauspersonal, die britische Arbeitgeber bereits seit den 1920er Jahren trotz der strengen Einwanderungsbestimmungen hatten nutzen können, um dem chronischen Mangel an Dienstmädchen abzuhelfen. Das Buch beschreibt Entstehung und Ablauf der Fluchtbewegung und der Arbeitsmigration, die ihr vorangegangen war, sowie die Erfahrungen, die diese Frauen in britischen Haushalten vor und nach Beginn des Zweiten Weltkrieges machten. Bisher hat es von dieser fast unbekannten Fluchtbewegung keine umfassende Darstellung gegeben.
Traude Bollauf
Dr. phil., geb. 1941 in Wien. Sie arbeitete als Beamtin im öffentlichen Dienst, war Redakteurin der Wochenzeitschrift "Die Frau" und von 1975 bis 1996 beim ORF-Fernsehen. Studierte nach dem Übertritt in die Pension Geschichte am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien, sowie Judaistik und Germanistik in Wien.

Gregor Mayer /
Bernhard Odehnal
Aufmarsch
Die rechte Gefahr aus Osteuropa
St. Pölten: Residenz-Verlag 2010
304 Seiten
ISBN 978-3-7017-3175-6
Rechtsradikale Parteien und neofaschistische Gruppen werden zu einem immer größeren Problem in den neuen Demokratien Mittel- und Osteuropas. Wahlerfolge in Ungarn und der Slowakei machen ebenso Schlagzeilen wie die blutige Jagd auf Minderheiten durch paramilitärische Gruppen oder Skinheads in Serbien oder Tschechien. Genaue Information über die rechtsextreme Szene im Osten tut not, um das Bedrohungspotenzial, das von ihr ausgeht, richtig einschätzen zu können.
Die Korrespondenten Gregor Mayer und Bernhard Odehnal beobachten seit Jahren die wachsende Bedrohung und sind dabei mitunter selbst in die Schusslinien geraten. In ihrem Buch beleuchten sie in Reportagen und Analysen die rechtsextreme Szene in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, in Serbien, Kroatien und Bulgarien. Sie haben vor Ort recherchiert und aus Gesprächen und Interviews Insiderinformationen gewonnen. Auf dieser Grundlage stellen sie die historischen und die ideologischen Hintergründe in den einzelnen Ländern dar und zeigen, wie gegen Roma, Juden und Homosexuelle gehetzt wird und wie diese rechtsextremistische Propaganda in den Mainstream einsickert. Sie stellen die neue Generation der Führer vor und verweisen auf die Querverbindungen zu rechtsradikalen Gruppen in Deutschland und Österreich, die auf die Schaffung einer Nord-Süd-Achse des „nationalen Widerstands“ hinarbeiten.
Die Autoren benennen deutlich die Gefahr, die von dieser ultranationalistischen Agitation ausgeht für die politische Stabilität der einzelnen Länder selbst wie für die Demokratie in der Europäischen Union insgesamt.
Gregor Mayer
geboren 1960, studierte Philosophie und Mathematik in Graz und Wien. Seit Anfang der 1990er-Jahre berichtet er für „profil“, „Der Standard“ und die Deutsche Presse-Agentur (dpa) aus den Ländern Mittel- und Südosteuropas. In zahlreichen Reportagen beschrieb er die Kriege in Kroatien, Bosnien-Herzegowina und im Kosovo. Von 2003 bis 2005 leitete er das dpa-Büro in Bagdad. Seit 2005 ist er dpa-Sonderkorrespondent u.a. für den Nahen Osten. Er übersetzte Werke des ungarischen Schriftstellers István Eörsi (19312005) ins Deutsche, darunter den Essay-Roman "Hiob und Heine. Passagiere im Niemandsland" (Klagenfurt 1999). Er lebt in Belgrad und Budapest.
Bernhard Odehnal
geboren 1966, studierte Slawistik und arbeitete für die Zeitschriften „Falter“, „profil“ und „Weltwoche“. 2003 wurde er mit dem Zürcher Journalistenpreis ausgezeichnet. Seit 2004 ist er Mitteleuropa-Korrespondent des „Tagesanzeiger“.